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Ein Wein mit Korkfehler – so nennt man den Fehlgeschmack, der an modriges Holz, Fäulnis oder schimmligen Keller erinnert. Ein Geschmackserlebnis auf das man liebend gern verzichten kann.

 

Doch wie kommt der Korkfehler in die Weinflasche? Bei einer Pilzinfektion des Naturkorkens kann das so genannte TCA (2,4,6-Trichloranisol) entstehen – der menschliche Gaumen kann bereits Milliardstel Gramm in einem Liter Flüssigkeit erschmecken. Trichloranisol ist eine Chlorverbindung, die chlorhaltigen Reinigungsmitteln vorkommt.  Die Rinde der Korkeiche wird beispielsweise nach dem Ernten damit behandelt.

 

Bei der Herstellung, Lagerung und Abfüllung kann sich ebenfalls ein Korkfehler einschleichen. Man hat festgestellt, dass chlorhaltige Holzschutzmittel in beispielsweise Deckenbalken der Kellereien oder schlechte Hygiene bei den Holzfässern schuld sein können. Die Idee mit Kunststoffkorken oder Schraubverschlüssen dem Korkfehler entgegenzuwirken ist daher nicht sonderlich erfolgreich und damit erklärt sich auch warum ein Wein ohne Naturkorken auch einen Korkfehler haben kann.

 

Mit einer gewissen Fehlerquote muss also jeder Weinliebhaber rechnen. Ein Korkwein ist zum Trinken leider ungenießbar, aber zum Kochen noch wunderbar geeignet. Die Chlorverbindung löst sich beim Erhitzen auf und ein teures Tröpfchen schmeckt in einem Braten um einiges besser als ein Supermarktwein. Probiert es doch einfach mal aus.