Rote Reben

 

Zu einem der 13 Anbaugebiete Deutschlands gehört das zwischen Bonn und Koblenz gelegene Ahr das seinen Namen vom gleichnamigen Fluss hat. Die Region gilt als eines der wärmsten deutschen Weinzonen.

 

Die Rebstöcke werden besonders an den Steilhängen angebaut. Ihre Schieferverwitterungsböden haben einen natürlichen Wärmespeichereffekt durch den noch bis in den Herbst recht hohe Temperaturen vorherrschen. Diese besonderen und warmen Klimaverhältnisse sind der ausschlaggebende Grund dafür, dass im Ahrtal besonders viel Rotwein angebaut wird. Es gilt sogar als größtes geschlossenes Rotweinanbaugebiet.

 

Die mit Abstand wichtigste angebaute Rebsorte in diesem Anbaugebiet ist der Spätburgunder. Rund 83 Prozent der angebauten Reben bestehen aus roten Sorten. Dieser Spätburgunder zählt zu den besten Rotweinen Deutschlands. Nur einen recht geringen Teil machen allerdings weiße Sorten aus, wobei dabei Riesling ganz klar dominiert. In den letzten Jahren wurde ums Ahrtal außerdem vermehrt der Frühburgunder angebaut. Auf dem Rückzug befindet sich hingegen der Blaue Portugiese.

 

Geschmacklich sind die Spätburgunder aus dem Ahrtal samtige, meist üppige Weine die besonders fruchtig schmecken. Das mag teilweise an den klimatischen Besonderheiten liegen, teilweise aber auch an den besonderen Bodenbegebenheiten. In den oberen Hängen des Tals wachsen die eher zartfruchtigen, filigraneren Weine, in den unteren Lagen dann die üppigeren, vollmundigen.

 

Die Weinanbaugeschichte des Ahrtals lässt sich bis in die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts zurückverfolgen und bereits die Römer sollen noch vor Christi Geburt hier Wein angebaut haben. Belebt wurde der Weinbau im beginnenden 20. Jahrhundert durch Organisationen wie Winzergenossenschaften und die staatliche Domäne Marienthal. An der Ahr gibt es heute 12 Weingenossenschaften in denen 90 Prozent der ansässigen Winzer organisiert sind. Der Anteil ist deshalb so besonders, weil er im Vergleich zu anderen Deutschen Weinbaugebieten außergewöhnlich hoch ist. Bis 2004 war die Domäne Marienthal, was einst ein Augustinerinnenkloster war, in staatlichem Besitz. Heute gilt sie als Musterbetrieb und ist mit der Landes-Lehr- und Versuchsanstalt besonders eng verbunden.

 

Einziges Problem im Ahrtal ist die teilweise erschwerte Lese. Durch die vielen Steilhänge kann hier nur von Hand gelesen werden, was sich wiederum in den Weinpreisen widerspiegeln kann.