Weinrebe

 

Den ökologischen Weinbau kennt man seit den 1960er-Jahren. Ab den 1980er-Jahren wurde der Bioweinanbau immer mehr von den Bioanbauverbänden geprägt. Der erste und heute größte deutsche Verband von Ökowinzern “Ecovin” wurde im Jahr 1985 gegründet. Was aber bedeutet ökologischer Weinbau und warum spricht man von biologischen Anbau?

 

Die EG-Öko-Verordnung #2092 von 1991, regelt die Verwendung von ökologischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln, ist also nur für den Weinbau im Weinberg verpflichtend, nicht aber für den Weinausbau im Keller. Man spricht deswegen auch von Wein aus biologischem Anbau. Ökologischer und biologischer Anbau bedeutet den Einsatz von möglichst naturschonenden Produktionsmethoden unter Berücksichtigung der Erkenntnisse aus der Ökologie und des Umweltschutzes.

 

Der Weinberg soll mit den Maßnahmen der Verordnung von einer Monokultur hin zu einer Polykultur wachsen. Durch biologische Pflanzenschutz- und Düngemittel wie Gelbklee oder Klatschmohn wird das Ökosystem im Weinberg wieder gestärkt. Ein weiterer Trend im Weinbau ist der Einsatz von Nützlingen, also Tiere, die bestimmte Schädlinge fressen und somit zu einem natürlichen Schutz der Weinreben beitragen. Das Ziel von ökologischem Weinbau ist immer, das Ökosystem nachhaltig zu stärken, außerdem werden die Pflanzen im biologischen Anbau mit der Zeit immer widerstandsfähiger gegen Krankheiten.

 

Die Weiterverarbeitung im Keller regelt das Delinat Institut, so wird zunächst die Weinlese per Hand empfohlen, die schonender für die Rebstöcke ist und eine deutlich bessere Qualität der Weine hervorruft, da schlechte Trauben und Insekten ausgelesen werden. Bei der weiteren Verarbeitung – dem Lösen der Trauben – soll die Abbeermaschine so eingestellt sein, dass keine Tannine durch Quetschung bereits in den Wein gelangen. Das Erhitzen der Maische ist laut Delinat-Richtlinien nicht erlaubt.

 

Das Institut regelt viele weitere Verarbeitungsrichtlinien, um zu gewährleisten, dass ein Biowein auch wirklich als biologischer Wein vermarktet werden darf. Einen Biowein nach allen Richtlinien korrekt herzustellen, ist in der heutigen Zeit nicht immer einfach, sind die meisten Vorgänge und Arbeitsschritte in modernen Kellereien wirtschaftlich so ausgelegt, dass ein optimales Kosten-/Nutzenverhältnis herrscht. Zusammenfassend kann man sagen, dass Winzer ebenso wie Kellermeister ein nachhaltiges Interesse daran haben sollten ihren Wein biologisch an- und auszubauen, damit ein echter Biowein entstehen kann. Der Ausdruck Biowein ist nicht geschützt und ein Bio-Siegel lässt daher nicht auf die Endqualität des Weines, sehr wohl aber auf die Anbauart schließen.