Weinanbaugebiet Franken, Main und Marienburg

 

Das Weinanbaugebiet Franken besitzt eine jahrhundertealte Weinkultur. Bereits im Mittelalter wurde hier auf rund 100.000 Hektar Wein angebaut. Die Anbauflächen der im Nordwesten von Franken gelegenen Region erstrecken sich auf über 6.000 Hektar.

 

Um Qualitätsverluste zu verhindern, wurden die Anbauflächen auf die heutigen knapp 6.000 Hektar abgestockt. Franken zählt mit dieser Größe zu den mittelgroßen Anbaugebieten in Deutschland. Das Hauptgebiet zieht sich hauptsächlich entlang des Mains, wobei Würzburg neben Ortenau als Anbauhochburg gilt.

 

Einen geringen Teil der Anbaufläche in Franken machen Steil- und Terrassenanlagen aus. Die bekannteste Rebsorte in Franken ist Silvaner, dicht gefolgt von Müller-Thurgau. Vermehrt wird hier Weißwein angebaut, allerdings wenden sich auch immer mehr Winzer dem Anbau von Rotweinen zu. Ganz vorne stehen dabei Domina (Domina – eine herrische Rebsorte) und Spätburgunder. Das ganz besondere an Franken´s Weinen ist die Flaschenform (Flaschenformen bei Wein) , der so genannte Bocksbeutel. Kaum eine andere Flaschenform wird so sehr mit einem Weinanbaugebiet in Verbindung gebracht.

 

Die Böden in Franken sind sehr vielfältig; von Muschelkalk bei Würzburg, Buntsandstein vom Spessart bis zu den Ausläufern des Odenwaldes und Keuperboden beim Steigerwald. Das Klima ist kontinental geprägt. Mit einer frostarmen Vegetationszeit von 160 bis 190 Tagen, einer durchschnittlichen Jahrestemperatur von 8,5 – 9°C sowie einer Niederschlagsmenge von 500-600 mm herrschen ideale Bedingungen für den Anbau von Wein.

 

 

Durch die Bodenbeschaffenheiten und die klimatischen Bedingungen sind die Weine mineralstoffhaltiger und schmecken würziger, als vergleichbare Weine aus anderen Regionen. Der für Franken typische Silvaner schmeckt neutral-fruchtig und hat eine erdige Note. Weine aus Franken werden häufig trocken ausgebaut und genießen allgemein diesen Ruf. „Fränkisch trockene Weine“ dürfen nur halb so viel Restzucker enthalten, wie Weine aus anderen Anbaugebieten, genauer gesagt vier statt neun Gramm je Liter. Um dem internationalen Geschmackstrend nach trockenem Wein nachzukommen, bauen einige wenige Winzer auch Riesling, Weißburgunder und Grauburgunder an.