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Mit rund 6290 Hektar Rebfläche ist Bayern, nach Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz das drittgrößte Wein anbauende Bundesland. Besonders der Frankenwein ist bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Es gibt aber auch noch unbekanntere Gebiete, die tolle Weine hervorbringen.

 

 

Die Weinanbaugebiete in Bayern erstrecken sich über Franken (6245 Hektar), Regensburg (Landweingebiet 4 Hektar) und dem bayerischen Bodensee (41 Hektar). Circa 5000 Betriebe erzeugen eigene Weine oder sind einer Genossenschaft angeschlossen. Nach der europäischen Weinmarktordnung sind für Weine mit Herkunftsbezeichnung Beschreibungen der wichtigsten Herstellungsbedingungen anzulegen, dies gilt z.B. für den Frankenwein. Es handelt sich hierbei um einen Qualitätswein mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) und gilt auch für Landweine mit geschützter geografischer Angabe (g.g.A.). Diese Spezifikationen begründen den internationalen Schutz für bayerische Weinherkünfte.

 

 

Weinanbaugebiete

 

Franken

 

Über das größte der drei bayerischen Weinanbaugebiete haben wir euch in unserem Artikel Anbaugebiet Franken schon informiert. Daher konzentrieren wir uns heute auf die beiden “kleinen Brüder” Regensburg und den Bodensee.

 

Regensburg

 

Mit einer Gesamtrebfläche von 4 Hektar ist die Region um Regensburg an den Südhängen der Donau das kleinste Anbaugebiet Deutschlands. Der dort angebaute Wein wird auch Baierwein genannt, da er im Gebiet des heutigen Altbayern, d. h. in den Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern und der Oberpfalz angebaut wird.

 

Aufgrund der kleinen Anbaufläche ist es heute nicht möglich, spezielle Qualitätsweine auszuweisen, daher bringt dieses Gebiet überwiegend Landweine hervor. Derzeit überwiegen die Weißweine mit ca. 88 %, davon wird der Müller-Thurgau mit 64 % am häufigsten angebaut. Daneben existieren noch Weißer Elbling, Bacchus und Grüner Silvaner. Die wenigen Rotweine (ca. 12 %) umfassen hauptsächlich die Sorten Dornfelder, Domina, Regent.

 

 

Bayerischer Bodensee

 

Die einzigartige Gegend um den bayerischen Bodensee bringt ausgezeichnete Weine hervor. Eingebettet in den sanften Hügel des Voralpenlandes, zur einen Seite den Bodensee und zur anderen Seite die Alpen, ist man nicht nur als Winzer in einer einzigartigen Gemütslage wenn es um den Weingenuss geht. Viele Weinliebhaber strömen daher in den Sommer- und Herbsmonaten zu den zahlreichen Winzerfesten und Veranstaltungen, die zwischen Lindau und Meersburg statt finden. Wer einmal am Bodensee war und die Einzigartigkeit seiner Landschaft erlebt hat, wird verstehen, dass auch die Weine vom See etwas ganz Besonderes sind. Zur Individualität der Weine passt das individuelle Vermarktungsprinzip: Die Winzer verkaufen ihren Wein überwiegend direkt ab Hof an den Verbraucher.

 

Aber nicht nur die Region ist etwas Besonderes, sondern auch die geografischen Gegebenheiten, die den Bodenseeweinen ihren besonderen Reiz geben. Dafür verantwortlich ist die große Wassermasse des Sees – sie wirkt wie ein Wärmespeicher, der die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht und vorallem zwischen Sommer und Winter, ausgleicht und für ein gemäßigtes, fast mediterranes Klima sorgt. Zusätzlich spiegelt die Wasseroberfläche einen Teil der Sonnenenergie in die nahen Rebberge und wärmt den Boden zusätzlich auf. Die Weine haben somit die Chance zu besonders geschmackvollen, großen Weinen heranzureifen.

 

Die Wiege des Spätburgunders liegt ebenfalls in dieser Region, so pflanzte Karl III., ein Urenkel Karls des Großen, im Jahre 884 den ersten Spätburgunder im Bodmaner Königsweingarten. Noch heute ist der Spätburgunder einer der bedeutensten Rotweine in Deutschland und am Bodensee. Aber auch der bayerische Müller-Thurgau vom See ist eine Klasse für sich. Nirgendwo gedeihen zartere, feinfruchtigere Weine dieser Rebsorte wie unter den speziellen klimatischen und geologischen Voraussetzungen der Bodenseeregion. Weitere Rebsorten sind Grauburgunder, Weißburgunder, Spätburgunder, Riesling und Bacchus.

 

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