Heute ist der Startschuss für die UEFA Fußball Europa Meisterschaft 2012 und wir freuen uns schon auf gesellige Abende unter Freunden vor dem TV. Dass Polen und die Ukraine sich für den Fußballzirkus gut gerüstet haben ist mittlerweile bekannt, aber wie schaut es denn mit den Weinen aus diesen Ländern aus?
Polen
Polen, vor dem Krieg noch deutsches Land, blickt auf eine tausendjährige Weintradition zurück. Vor rund 200 Jahren wuchsen dort auf 1400 Hektar verschiedene Weinsorten heran. Aus den Trauben stellte die Firma Grempler & Co. im Jahr 1826 sogar den ersten deutschen Sekt her, dieser schmeckte allerdings nicht sehr gut, sodass der große Erfolg ausblieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog der Kommunismus in das Land und der Weinbau wurde weitgehend eingestellt.
Erst seit 2005 ist Polen ein von der EU offiziell anerkanntes Weinland. Für die Gründung neuer Betriebe fließen Gelder aus Brüssel. Neue Weinberge entstehen unter anderem in Kleinpolen an der Tatra, den Vorkarpaten im Südosten, in Niederschlesien rund um Breslau. In den letzten acht Jahren sind die Weinanbauflächen um das fünffache gewachsen. Tendenz stark steigend. Für die knapp 100 Winzer in der Region ist aber der Weinbau mit insgesamt 500 Hektar (im Vergleich: Österreich hat eine Rebfläche von 45.000 ha) noch nicht lukrativ, da die Weinherstellung wegen der vielen Bürokratie sehr teuer ist. Ein Winzer benötigt neben vieler Erlaubnissen und Konzessionen auch genügend Geld um überhaupt Wein produzieren zu dürfen. Diese Hürden schlagen sich unmittelbar auf den Preis von ca 9-13 EUR pro Flasche nieder.
Ukraine
Die Ukraine besitzt ein warmgemäßigtes Kontinentalklima und im Süden ein subtropisches Klima. Die mittlere monatliche Temperatur im Winter beträgt zwischen 2 und 8 °C, im Sommer dagegen zwischen 17 und 25 °C. Ideale Bedingungen also für den Weinbau, daher ist es nicht verwunderlich, dass es aus dem 4. Jahrhundert vor Christi an der Südküste der Halbinsel Krim Überlieferungen zum Weinbau gibt. Im nördlichen Teil des Landes entwickelte sich ab dem 11. Jahrhundert durch Mönche der heutige Weinbau.
Im Jahre 2000 wurden aus 125.000 Hektar Rebfläche rund 600.000 Hektoliter Wein produziert. Die häufigsten Rebsorten sind typische Sorten wie: Rkatsiteli, Aligoté, Sercial Feteasca und Saperavi und die bekannteren Sorten wie: Cabernet Sauvignon, Riesling, Sauvignon Vert, Gewürztraminer und Pinot Gris. Das bekannteste Weininstitut des Landes, das Institut Magaratsch kreierte zudem ca. 30 Neuzüchtungen wie z. B. Gobulok, Karmraiut, Magaratsch Bastardo, Magaratsch Ruby, Olimpiiski, Podarok Magaratsch, Saperavi Severnyi und Stepniak.
Der berühmte Krim-Sekt (aus dem Gebiet um Krim) ist mit einer jährlichen Produktion von rund 50 Millionen Flaschen ein Exportschlager. Die besten Weine des Landes kommen vom Staatsweingut Massandra und werden traditionell wie zur Zeit der letzten, russischen Zaren nach Art des Portwein, Sherry und Madeira hergestellt.
Bild: © Marga Marczyk /pixelio.de

