Rebflächen im Wandel

 

Vergangene Woche endete der UN Klimagipfel in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro. Noch immer ist das Verlangen der jeweiligen Nationen dem Klimawandel und  seinen Folgen entgegen zu wirken, groß. Das sehen auch die Winzer so, ganz besonders aus den südlichen Regionen. Ihre Bedingungen für den idealen Weinanbau werden von Jahr zu Jahr schwerer.

 

Für den Weinanbau ist ein gemäßigtes Klima wichtiger Baustein einer erfolgreichen Ernte. Die Weinreben wachsen bei einer Jahresdurchschnittstemperatur unter 20°C am besten. In Europa gedeihen Weinreben besonders zwischen dem 30. Und 50. Breitengrad, denn südlich davon wäre es zu warm, nördlich zu kalt. Der Klimawandel aber treibt die Temperaturen der bereits südlichen Länder noch mehr in die Höhe und führt zu sehr heißen Temperaturen. Was wiederum neue Probleme verursacht: es ist zu heiß, die Reben bekommen einen “Sonnenbrand” und ganze Anbaugebiete müssen, den neuen Klimatemperaturen bedingt, weichen. Rückgänge in den Anbauflächen sind in Frankreich, Portugal, Spanien und sogar Italien zu beobachten.

 

In Deutschland führen die neuen Temperaturen dazu, dass immer mehr rote Rebsorten ganz wunderbar gedeihen und ausgezeichnet schmecken. Nun ist es also auch die Qualität des Weins, die sich durch den Klimawandel verändert. Um die Reben vor der Sonne zu schützen und den neuen Lichtverhältnissen zu trotzen, gibt es auch schon ganz neue Anbauarten. Manche Winzer versuchen es mit quer der Sonne angelegten Rebflächen, damit sich die Reben untereinander Schatten spenden können.

 

Auch die Weinlese muss teilweise schon wesentlich früher durchgeführt werden, damit die Reben nicht „verbrennen“ oder vertrocknen. Das wiederum wirkt sich auf die Beschaffenheit der Trauben aus. Eine Traube erhält durch eine gewisse Reifezeit die optimale Balance zwischen Süße und Säure und besitzt auch erst nach einiger Zeit einen ausgewogenen Alkohol und Aromen-Ausgleich. Dieser kann durch die frühere Lese schon mal verloren gehen.

 

Experten gehen davon aus, dass sich bis zum Jahr 2100 der aktuelle Temperaturanstieg 200 bis sogar 400 km nördlich verlagern wird. Dann kommen zu den bisher auch schon ungewöhnlichen Anbauregionen wie Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und sogar Dänemark wohl noch weitere und ungewöhnlichere Regionen hinzu.

 

So dramatisch sich die Zahlen und Erkenntnisse des Klimawandels auch anhören, bisher werden die Ertragsmengen jedoch noch einigermaßen sichergestellt. Dass sich die Winzer weltweit allerdings auf Veränderungen einstellen müssen, steht außer Frage.

 

Unser heutige Blogbeitrag ist unser Beitrag zur Weinrallye #52 zum Thema Klimawandel. Mehr zur Weinrallye gibt es in der Facebook Gruppe und auf dem Winzerblog.

Gastgeber der Weinrallye #52 ist Torsten Goffin von Glasklare Gefühle.

Bild: ©  Günther Schad / pixelio.de