Messwein

 

Während der christlichen Messe, besonders bei der Eucharistiefeier, reicht der Pfarrer oder Priester der Glaubensgemeinde zwei Gaben: Brot und Wein. Habt ihr euch dabei auch schon mal gefragt, ob es echter Wein ist, den die Gottesdiener da trinken? Wir haben uns mal darüber informiert und herausgefunden, wie das im Laufe der Jahrhunderte geändert wurde und was die Kirche für Vorschriften zur Herstellung von Messwein festgelegt hat. 

 

Als Zeichen seiner Gegenwart und als Symbol für die Gemeinschaft, teilte Jesus bei seinem letzten Abendmahl Wein und Brot mit seinen Jüngern. Der Messwein, der das Blut Jesu Christi symbolisiert, soll an dieses letzte Abendmahl erinnern. Die Hostien Brot und Wein stehen für Lebenskraft und das durch Gott geschenkte Leben. Während einer Messe teilt der Pfarrer diese mit seiner Gemeinde, in einigen Gemeinden geht sogar noch der Kelch mit dem Wein herum.

 

Die so genannte Eucharistiefeier wurde bis Mitte des 15. Jahrhundert ausschließlich mit Rotwein durchgeführt. Erst durch Papst Sixtus IV. wird seit 1478 auch Weißwein zugelassen. In der damaligen Zeit waren Weinverfälschungen Gang und Gebe, weswegen die Kirche eigene Vorschriften im „Codex juris Canonici“ zur natürlichen Reinheit und Unverfälschtheit bei der  Herstellung des Messweins erließ.

 

Die katholische Kirche hat sich um einen gepflegten und reinen Ausbau von Wein bemüht und diesen im Laufe der Jahrhunderte beibehalten und veredelt. Je mehr die Kirche dabei an Einfluss bekam, desto mehr wurde der Weinbau ausgebaut. Nur Wein, der naturrein aus echten Weintrauben gewonnen wird und dessen Herkunft bekannt ist, darf verwendet werden. Dem Wein muss während der Gabenbereitung Wasser beigemischt werden woraufhin er anschließend geweiht werden kann. Zusatzstoffe, wie beispielsweise Zuckerzugaben oder andere Substanzen sind strikt verboten. Erst seit 1994 ist es zulässig, statt Messwein auch Traubenmost zu verwenden. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Priester nachweisen muss, dass er aus gesundheitlichen Gründen keinen Wein trinken darf.

 

Die evangelische Kirche hingegen nutzt in manchen Gemeinden aus Rücksicht auf alkoholkranken Menschen fast ausschließlich Traubensaft. Die selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirchen allerdings erlauben kein Getränk außer Wein zur Sakramentsfeier. Hier ist allerdings freigestellt, ob Rot- oder Weißwein verwendet wird.

 

Generell sind die Messweine heute eher trocken ausgebaute Weine, die bei einem Alkoholgehalt von 11,5 bis 12 Prozent liegen. Früher verwendete man auch manchmal Sherry oder Portwein. In Franken gibt es zum Beispiel ein Weingut, dass nur Messweine anbaut. Die Rebsorten dieses Weinguts sind Silvaner und Müller-Thurgau. Denn immer mehr Kirchen verwenden nur noch Weißwein. Warum? Na das ist auf Grund des Rituals des Pfarrers oder Priesters relativ simpel. Der Kelch mit dem Wein wird nach dem rituellen Schluck mit einer weißes Serviette gereinigt. Damit dabei der Rotwein nicht daran haften bleibt und schlecht aus der Serviette zu bekommende Flecken hinterlässt, wird heute fast nur noch Weißwein verwendet.