Römisches Reich

 

Die alten Römer gelten als besondere Vorreiter der Weinkultur. Das Imperium Romanum umfasste in seiner Blütezeit große Teile Europas, Vorderasiens und Nordafrikas und war außerdem nachhaltig prägend in zivilisatorischen, kulturellen und sprachlichen Einflüssen. Die alten Römer prägten und bauten maßgeblich die Rebsortenkulitivierung aus und trugen durch Vorwissen aus der griechischen Kultur zum modernen Weinbau bei.

 

Der Niedergang Griechenlands war ausschlaggebend für die Weinkultur im Imperium Romanum. Aus dem antiken Griechenland kamen die ersten Weinreben und damit auch Weinkultur in das damalige Römische Reich. Die Römer besaßen eine ganz spezielle Esskultur zu der Wein nicht fehlen durfte. Gespeist wurde im Liegen auf einem speziellen Speisesofa, dem so genannten lectus triclinaris. Doch Wein war nicht nur Genussmittel - der Rebensaft galt auch als Statussymbol, Währung, Medizin und mythisches Getränk, sogar Verträgen wurden mit dem Genuss von Wein besiegelt.

 

Die Römer übernahmen viel aus der griechischen Kultur, so auch aus dem Weinbau. Allerdings experimentierten die Römer mehr und mehr mit verschiedenen Rebsorten, entwickelten den Weinbau weiter und trugen ihn weiter in den Norden. Die in der Antike bekannteste Sorte war der weiße Falerner. Er galt lange Zeit als der „Wein der Cäsaren“ und stammte aus einem Anbaugebiet im Norden Kampaniens, einer Region an der Westküste von Italien. Angeblich schmeckte der Wein aus dieser Rebsorte mal süßlich, mal halbtrocken und manchmal auch trocken. Man züchtete bereits unterschiedliche Rebsorten mit unterschiedlichen Geschmäckern, aber auch durch die Zugabe von Gewürzen, Kräutern, Honig und Meeressalz wurde der antike Traubensaft geschmacklich veredelt.

 

Später waren sie es auch, die für die Verbreitung der Weinreben und es Wissens um Weinan- und ausbau in Europa verantwortlich waren. Besonders der Jahrgang 121 v. Chr., im Jahr als Lucius Opimius Consul war, genoss in der Literatur einen überragenden Ruf. Der Siegeszug des Weins erstreckte sich vom Rheintal bis an die Mosel über Südfrankreich sowie in bestimmte Teile Spaniens. Zwar wurde in Frankreich bereits zuvor vereinzelt Wein angebaut, doch bauten die Römer durch ihr Wissen diese Kultur mehr und mehr aus.

 

Wein im alten Rom hatte einen hohen Stellenwert. Die Römer tranken zu jedem Anlass Wein, so bei jedem Mahl und natürlich zu den zahlreichen Festen. Gekleidet in die Toga oder als Centurio in der römischen Uniform ließ man sich von schönen jungen Mundschenken die Getränke bringen. Diese trugen dann Kränze auf dem Kopf, ursprünglich um sich vor Kopfschmerzen und anderen negativen Auswirkungen zu schützen, später dann als Kopfschmuck. Bei einem comissatio, dem römischen Saufgelage,  wurde stets ein Trinkkönig ausgewählt, der das Mischverhältnis von Wasser und Wein sowie die Menge für die jeweiligen Anwesenden bestimmen durfte. Getrunken wurde der Wein meist mit Wasser oder mit Honig, dieser Honigwein, der so genannte „Mulsum“ wurde aber meist als Aperitif gereicht.

 

Durchschnittlich wurde von jedem Bürger Roms wohl ein Liter Wein pro Tag getrunken. Dieser hohe Pro-Kopf-Verbrauch kommt sicher daher, dass die Römer bereits zum Frühstück verdünnten Wein genossen.

 

Der Fall des Römischen Reiches hat dennoch nicht zum Untergang der Weinkultur der Römer beigetragen. Noch heute sind einiger der Anbaugebiete nur durch die Römer entstanden. In Deutschland zum Beispiel das Anbaugebiet Ahr.