Mythos

 

Noch immer halten sich merkwürdige Fakten und Regeln in der Weinwelt, die es so gar nicht bis niemals gegeben hat. Was ist denn beispielsweise mit dem Gerücht, Rotwein dürfe nur warm getrunken werden? Es ist inzwischen ein bisschen überholt, denn letzten Endes, gefällt was schmeckt und über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten.

 

Wein galt lange Zeit als ein merkwürdiges und umfangreiches Mysterium. Der Zugang zu Wein wird aber immer einfacher und simpler, wenn man einfach mal drauf los kostet, probiert und experimentiert. Die hartnäckigsten Weinirrtümer haben wir euch hier einmal aufgelistet.

 

Irrtum 1: Rotweine entstehen aus roten Trauben

Rotweine werden aus blauen wenn nicht sogar blauschwarzen Trauben gekeltert. Dieser Irrglaube scheint sich deshalb noch immer so hartnäckig zu halten, weil man von den Roten Rebsorten spricht. Diese bezeichnen aber nur die Rebsorte, nicht die Traubenfarbe. Der Rotwein ist dann im Glas rot, weil die Maische mit Sauerstoff in Kontakt kommt und so die übliche Farbe des Rotweins entsteht.

 

Irrtum 2: Weine werden durch längere Lagerung besser

Nicht jeder Wein eignet sich für eine lange Weinlagerung. Einfache Tischweine, wie ein Pinot Grigio, werden nicht besser, je länger man sie lagert. Jeder Wein besitzt einen individuellen Lagerungs- und Haltbarkeitsrythmus. Als Faustregel kann man sich folgendes merken: Ist ein Wein dunkel, kräftig, tanninlastig und durchaus auch teuer, so kann er sich durch eine Lagerungszeit verändern oder gar im Geschmack verbessern. Wenn ihr euch nicht sicher sein solltet, welcher Wein lagerungsfähig ist, dann fragt am besten beim Weinhändler eures Vertrauens noch einmal explizit nach.

 

Irrtum 3: Verschnittweine, Cuvées, sind gepanscht

Mit Sicherheit einer der größten Weinirrtümer überhaupt. Viele renommierte Weine sind erst durch das Zusammenspiel von unterschiedlichen Trauben und Rebsorten eine wahre Kunst. Es gibt zwei Unterschiede bei Verschnittweinen: Die einen stammen aus verschiedenen Reben von verschiedenen Weingütern und die anderen sind vom gleichen Weingut vermischte Rebsorten. Das ist an sich nichts schlechtes, wobei man natürlich auch hier je nach Abfüller und Qualität des Weins einen echten Griff ins Klo landen kann.

 

Wie bereits erwähnt, schmeckt, was gefällt. Es schadet nicht, sich an diese Regel zu halten und trotzdem ein klein wenig Weinwissen anzuhäufen. Bestimmte Irrtümer entstehen nicht einfach so, sie haben eine Vorgeschichte, aber genau deshalb lohnt es sich um so mehr seinen eigenen Geschmack zu finden und jede Menge selbst zu erkosten.