Marzemino

 

Auf der Suche nach dem idealen Wein zur heute stattfindenden Weinrallye ging es in ein Bistro und Weingeschäft in der Münchner Innenstadt. Unsere Bitte um einen “exotischen” Wein wurde dann allerdings in ganz unerwartete Richtung nachgegangen und wir verließen den Laden mit einem Rotwein, genauer gesagt mit dem Lieblingswein von Wolfgang Amadeus Mozart.

 

Eigentlich wollten wir einen wirklich exotischen Wein, vielleicht einen aus dem Libanon, Georgien oder einer absolut außergewöhnlichen Region. Der Plan war, den Wein zusammen mit einem aus diesem Land typischen Gericht zu verkosten und unsere Erfahrungen damit für die Weinrallye nieder zu schreiben. Wie es aber dann immer so ist, hat sich uns ganz anderes “exotisches” geboten. Allein der Besuch im Bistro um die Ecke war ein Erlebnis, das wir als exotisch beschreiben würden.

 

Unscheinbar, klein und hochinteressant präsentiert sich schon die Außenfassade dieses Ladens. In einer kleinen Seitenstraße, um die Ecke vom Sendlinger Tor (mehr wollen wir noch nicht verraten – ein ausführlicher Beitrag wird noch folgen) betritt man zunächst das wirklich kleine aber gemütliche Bistro. So langsam wird der kleine Laden voll, es ist Mittagszeit. Statt zu essen wollten wir allerdings nur einen Wein kaufen, woraufhin uns die freundliche Bedienung bittet, ihr in den Keller zu folgen. Erwartet haben wir wohl eher einen kleinen, überschaubaren Verkaufsraum. Doch dann standen wir in einem Kellergewölbe mit mehreren, als Tafeln aufgebaute Tische und dem Paradies für so ziemlich jeden Weinliebhaber: die Wände waren voll mit Weinkästen und jeder Menge Wein. Der Sommelier war über unsere Frage nach exotischem Wein zunächst ein bisschen irritiert. Das Bistro führt leider nur europäische Weine, aber bei exotischen Rebsorten könne er uns einige empfehlen.

 

Letztendlich haben wir uns dann für Mozarts Lieblingswein entschieden, einem Marzemino aus Trentino. Diese Rebsorte ist seit dem 15. Jahrhundert im norditalienischen Trentino angesiedelt und gedeiht auch nur hier. Inzwischen ist die Marzemino Rebe eine anerkannte und eigenständige Rebsorte, die wohl hauptsächlich auf Grund ihres Liebhabers Wolfgang Amadeus Mozart so bekannt ist. Dieser hat der Rebsorte sogar eine Strophe in seiner Oper “Don Giovanni” gewidmet: “Versa il vino. Eccellente marzimino!”

Ursprünglich wollten wir uns ein landestypisches Gericht zum “exotischen” Wein gönnen. Aber Südtirol war uns als Oberbayern dann nicht exotisch genug. Also haben wir den Wein allein verkostet und uns lediglich ein “exotisches Ambiente” geschaffen. Januar, Schnee und Eiseskälte, da waren uns frische Tulpen die idealen Exoten.

 

Laut Etikett sollte der Wein bei einer Temperatur von 14-16 °C getrunken werden. Nach einer Dekantierzeit von etwa einer Stunde kam der Marzemino dann ins Glas. Die Farbe ging von schwarzrot zu granatrot, je nachdem wie sich das Licht veränderte (in der Küche eingeschenkt, auf der Couch genossen). In der Nase präsnetierte sich dann direkt der typische Geschmack des Marzemino’s: fruchtig und bitter. Genau das hatte uns bereits der Sommelier aus dem Bistro verraten, denn wenn der Marzemino sich im Hals nicht mandelig und bitter präsentiert, dann ist es kein guter. Mit unserem 2010er Jahrgang haben wir aber scheinbar nichts falsch gemacht, der Wein war nicht zu schwer und nicht zu gehaltvoll. Die Mischung des fruchtigen Körpers und dem bitteren Abgang macht den Wein interessant und durchaus süffig.

 

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Gastgeber dieses Mal ist The Institute of Drinks.