Asti Spumante

 

Zur heutigen Weinrallye sollten wir in der Vergangenheit kramen, uns an Weine oder Ähnliches erinnern, die wir irgendwann aufgehört haben zu trinken. Was uns erst als schwierige Aufgabe vorkam, war dann schnell richtig einfach, der damalige Wein schnell gefunden.

 

Ein „Plopp“ das angesichts der lauten Musik im düsteren Keller eher überhört wird. Die Musik ist laut, die Luft abgestanden und alle Anwesenden freuen sich auf ihren Plastikbecher mit Sprudelinhalt. Eine Flasche, dann die nächste. Während sich die wirklich „coolen“ weigern einen Becher anzunehmen, stoßen die anderen schon miteinander an. Ein Schluck des gelblichen Blubberwassers, auf dem Etikett steht Asti und die Party kann weiter gehen. Snacks wie Salzstangen, Chips und die ein oder andere giftig aussehende Gummibärenmarke stehen bereit den Anwesenden einen leichten Zuckerschock zu verleihen und beim Ein oder Anderen den übermäßig schnellen Asti-Genuss ein wenig zu dämmen.

 

Ich meine mich zu erinnern, dass wir uns alle dem Asti als Namen und Bezeichnung dieses Getränks nicht bewusst waren, es sogar eher als “dieses Asti-Zeug” bezeichneten. Dabei handelt es sich um einen italienischen Schaumwein, der allgemein als sehr preiswertes Getränk gilt und aus der Muskateller-Rebe gewonnen wird. Hätte uns das damals jemand gesagt, es wäre vermutlich einfach abgetan worden. Damals war alles andere wichtiger. Die abgegriffene und durchgesessene Ledercouch im Keller, die Musik, das  andere Geschlecht und die eigene Wirkung auf gleiches, waren die elementaren Dinge im Moment des Asti Spumante Genusses.

 

Schon die Gespräche über den Asti und die damalige Zeit überfluteten uns mit Erinnerungen daran. Diesen nun auch zu kaufen, zu verkosten und wieder einzutauchen in die damalige unbeschwerte Jugendlichkeit, es klang sofort nach einem Versprechen. Dem damaligen Gefühl hinterher hetzend wurde die Flasche geöffnet. Stilecht wie damals den ersten Schluck rein in den Plastikbecher. Schäumend und laut erobert der Asti den Becher, der Geruch: süßlich und so verheißungsvoll. Im Hintergrund die alten Musiktitel.

 

 

 

 

Ein vorfreudiges „Cheers“ und dann wurde angestoßen, mit Plastikbecher und Sektglas. Aus aktueller Gewohnheit dran gerochen. Noch mehr Süße und ein Schluck. Es dürfte nicht allzu überraschend sein, der Geschmack war nicht mehr der Gleiche. Süffig, süßlich und irgendwie so durchschnittlich. Was früher einmal nach Erwachsensein, dem Offenstehen aller Träume und einer verheißungsvollen Zukunft schmeckte, ist nun nur noch ein süßlicher Schaumwein mit kaum merklichen Alkoholgehalt, auf den wir zwar selten aber ab und an zurückkommen werden.

 

Wiederentdeckt haben wir bei der heutigen Weinrallye nicht unbedingt den Wein, als vielmehr das damalige Gefühl der Freiheit, der Jugendlichkeit und Unbeschwertheit. Denn eines bringt der Asti nach wie vor für uns mit: eine Leichtigkeit, mit der wir gerne den ein oder anderen Sommertag kosten möchten. Nur würden wir uns dann mit den richtigen Appetizern oder einem köstlichen Schokoladenkuchen statt den Salzstangen ausstatten.

 
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Gastgeber dieses Mal ist Julia Richter vom Blog German Abendbrot.