sulfite

 

Kauft man einen Wein schaut man meist nur auf die Rebsorte, den Jahrgang, das Weingut und überliest den kleinen Satz: Enthält Sulfite. 

 

Ist ein Wein mit „enthält Sulfite“ oder „enthält Schwefeldioxid“ gekennzeichnet, bedeutet das, dass der Wein mehr als 10 mg/l Schwefeldioxid enthält. Seit 2005 müssen potentielle Allergieauslöser auf den Verpackungen von Lebensmitteln gekennzeichnet werden.  Auch alkoholische Getränke (mehr als 1,2 % Vol.) fallen unter diese Kennzeichnungspflicht.

 

Sulfite entstehen bei Gärung des Weines auf natürliche Art und Weise und nur in sehr kleinen Mengen meist bis zu 40 mg/l. Jedoch wird oft zusätzlich Schwefel in fester oder flüssiger Form  zugesetzt, um den Wein haltbarer zu machen. Früher wurde der Wein in Holzfässern gefüllt, welche zuvor mit Schwefelspänen ausgebrannt wurden um die Sulfite dem Wein zuzuführen. Auch heute wird dieses aufwändige Verfahren noch angewendet.

 

Da Schwefel antimikrobiell sowie antioxidativ wirkt, schütz er den Wein langfristig. So kann er über mehrere Jahre gelagert werden, ohne “umzukippen”. Bei Weinen mit Restsüße verhindert er eine Nachgärung in der Flasche, da der Schwefel die Hefebakterien sozusagen außer Gefecht setzt und eine weitere Oxidation des Weines verhindert.

 

Für Menschen sind die in Wein vorhandenen Sulfite weitgehend ungefährlich. Da der Körper selbst täglich mehr als 2000 mg Schwefeldioxid  bildet, stellen die über den (in Maßen getrunkenen) Wein zugeführten Sulfite keine Gefahr dar. Allergiker, Asthmatiker und empfindliche Menschen können jedoch auf die Säure, aber auch auf andere Inhaltsstoffe, reagieren. Die Symptome reichen von Rötungen über Schnupfen bis zu Herzrasen. Oft wird dem Schwefel nachgesagt, er verursache Kopfschmerzen nach dem Weingenuss. Solange aber keine erhöhte Schwefel-Unverträglichkeit festgestellt wurde ist nicht der Schwefel, sondern zum Beispiel ungemäßer Weinkonsum, bzw. die Auswirkungen des Alkohols an sich, die Ursache.

 

Seit Jahren versuchen Winzer Wein ohne zugesetztes Schwefeldioxid haltbar zu machen und dies auch mit Erfolg. Dabei werden zum Beispiel Extrakte genutzt, die sowieso im Wein vorhanden sind. Auch besondere Hygiene und das Unterbinden von Sauerstoffkontakt müssen während der Herstellung gewährleistet sein. Modernste Keltertechnologien sind hierbei eine große Hilfe, auch laufen derzeit Forschungsprojekte um neue Verfahren für „sulfitfreie“ Weine zu finden.

 

Bio-Weine oder sogenannte Raw Weine, also Weine rein natürlichen Ursprungs, werden oft ohne zugesetztes Schwefeldioxid hergestellt. Wer also ein bisschen empfindlicher reagiert, der muss den Weingenuss nicht gleich entsagen, Alternativen sind durchaus vorhanden.