Zugspitze

 

Seit kurzem machen immer mehr außergewöhnliche Weinlagerungsplätze die Runde. Vom Wein unter Wasser oder der Lagerung von Wein auf der Zugspitze ist hier die Rede. Warum machen Winzer so etwas? 

 

Im Januar wurde eine Auswahl von 3600 Flaschen Rot- und Weißwein in der Ostsee versenkt. An einem geheimen Ort lagern dort nun Weine im Gesamtwert von knapp 40.000 Euro. Winzer Alexander Lau ist sich sicher, die Weine werden durch die Gegebenheiten unter Wasser, wie dem leichten Schaukeln und der stetigen Temperatur an Qualität gewinnen. Im Herbst sollen die Weine geborgen und geöffnet werden.

 

Die Idee den Wein in der Ostsee zu lagern entstand durch den spektakulären Fund 2010, bei dem Taucher in der Ostsee in einem alten Frack 145 Flaschen Champagner entdeckten. Acht dieser Flaschen gingen bei einer Auktion für 96.500 Euro über den Tisch. Experten versprachen den Bietern ein besonderes Geschmackserlebnis und aromatische Überraschungen.

 

Nach zweieinhalb Jahren Lagerung im Baggersee wurde im Januar diesen Jahres der „Weinschatz“ des Weinguts Balthasar Ress gehoben. Die 18 Magnum Flaschen Weißwein wurden im Juni 2010 in einem Käfig auf den Grund des Baggersees versenkt. Auf das geschmackliche Ergebnis waren nicht nur die Winzer gespannt. Wie genau der Wein nun eigentlich schmeckt, soll bald herausgefunden werden.

 

Ein weiteres Lagerungsexperiment kam Anfang März ins Rollen. Beim Skifahren kam den  Weinbauern die Idee, Weine auf der Zugspitz zu lagern. Sie wollen wissen, was die Höhenluft für Auswirkungen auf den Geschmack des Weins hat. Also soll der Weißwein nun drei Monate auf der Zugspitze reifen. Wie das Ergebnis schmeckt, erfahren wir dann Ende Mai, Anfang Juni. Teilnehmer sind mehrere Winzer aus Franken, wie das Weingut Mößlein. Anlässlich des 100-Jahre Müller Thurgau Bestehens in Franken wurde die ungewöhnliche Aktion ins Leben gerufen.

 

Demnächst könnten also Weine mit Etiketten „Auf der Zugspitze gereift“ oder „Gereift in der Ostsee“ in den Regalen stehen. Eine durchaus interessante Entwicklung, die garantiert nicht einmalig bleiben wird. Wohin man Weine noch bringt um eine andere, besondere und geschmacklich ausgeprägte Reifung zu garantieren, das werden wir ganz sicher die nächsten Jahre erfahren.