Andalusien

Das wichtigste zuerst: Spanien besitzt flächenmäßig gesehen die meisten Weinberge, kommt allerdings auf Grund der hohen Temperaturen in der Weinproduktion hinter Italien und Frankreich. Jahrzehntelang hat Spanien nur eine Nebenrolle in der Weinproduktion gespielt. 

 

Das spanische Klima ist so vielfältig, dass es gleichzeitig eine Vielzahl unterschiedlicher Weinstile hervorbringt. Im Norden des Landes, an der Küste, ist es eher kühl und wird dann in Richtung Süden äquatorial beeinflusst, ist dort dann heiß und eher trocken. Besonders das Zentrum Spaniens ist vollkommen trocken.

 

Wichtigstes Anbaugebiet Spaniens ist La Rioja. Regierende Traubensorte ist die Tempranillo-Traube. Dreiviertel der angebauten Reben sind rote Rebsorten. Die Böden sind hier besonders kalkhaltig und je mehr Kalk im Boden besteht, desto besser sind die daraus resultierenden Weine. Die Rioja Weine sind Verschnittweine, die mit den Rebsorten Graciano, Garnacha und Mazuelo verschnitten werden. Früher lagerten die Rioja Weine meist mehrere Jahre in amerikanischen Eichenfässern, was sie ihre natürliche Feuchtigkeit verlieren ließ und die Weine sehr abgestumpft schmeckten. Heute kommen besonders frische und fruchtige Rioja Weine durch die Lagerung in der Flasche hervor.

 

Die Region Navarra aus dem Nordosten steht im Schatten ihres berühmten Anbaunachbarn Rioja und bringt zwar ähnliche aber durchaus preisgünstigere Weine hervor.

 

Seit kurzem ist besonders die Region Priorato und besonders deren Weine in aller Munde. Die Rebstöcke sehen auf unfruchtbarem vulkanischem Boden und sind umgeben von rauem Kontinentalklima. Dennoch erbringen sie volle, robuste Rotweine, die reich an Tanninen und Alkohol sind. Die geringe Ausbeute allerdings ist für den recht hohen Preis verantwortlich, dennoch lohnt es sich auch diese Weine einmal zu verkosten.

 

Ebenfalls in Katalonien gelegen befindet sich die Weinregion Penedès. In den 70er Jahren war die Familie Torres maßgebliche bahnbrechend und quasi Vorreiter in Sachen temperaturgesteuerte Gärung. In diesem Anbaugebiet finden sich besonders die klassischen französischen Rebsorten wie Merlot und Cabernet Sauvignon aber auch Tempranillo-Trauben. Die Rotweine sind von bester Qualität. Besonders bekannt ist diese Anbauregion allerdings für seine Cava’s, die nach der Champagner-Methode hergestellten Schaumweine wie den Cava Rosat.

 

Nur einige Stunden nördlich von Madrid liegt die Anbauregion Ribera del Duero. Hier erreicht die Tempranillo Traube in Sachen spanische Weine ihren Gipfel. Die dunklen, körperhaltigen Weine sind samtig nach der richtigen Reifezeit und werden vor allem von Vega Sicilia produziert, dessen Unicon nicht besonders überraschend als der berühmteste und beste spanische Wein ist.

 

Zu guter Letzt sind noch zu erwähnen die frischen Weißweine bester Qualität aus der im Westen gelegenen Region Rueda, der neue Wein “Albarino” aus Galizien von Rias Baixas, der erst vor kurzem auf den Markt gebracht wurde sowie natürlich die Sherrys aus Jarez.   Spanien verfügt allerdings noch über viel mehr Anbaugebiete. Auch die Balearen liefern wertvolle Weine, ebenso wie Valencia, Andalusien, das Baskenland und auch die Kanarischen Inseln tragen erheblich zum weltweiten Ansehen spanischer Weine bei.