Wein

Die größte der griechischen Inseln ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel. Das warme, trockene Klima und die fruchtbaren Böden auf Kreta eignen sich ideal für den Weinbau.

 

In vier Präfekturen werden auf einer Gesamtfläche von 50.000 Hektar Reben kultiviert. Insgesamt kommen 20% des griechischen Weins aus Kreta, obwohl ein großer Teil der Erne zu Tafeltrauben und Rosinen verarbeitet wird.  Der Weinbau hat auf der Insel eine lange Tradition und hatte seinen Ursprung wohl in der Minoischen Zeit vor 4.000 Jahren.

 

Das trockenwarme Klima mit ca. 300 Sonnentagen im Jahr und geringen Regenfällen im Sommer wird durch die Lage am Kretischen Meer im Norden und am Lybischen Meer im Süden etwas gemildert. Die Bergketten, sowie zahlreiche Hochebenen und Schluchten schaffen ideale Anbaugebiete. Dort werden einheimische Rebsorten wie Vilana und Daphne (weiß) und Mandilaria und Kotsifali (rot) ebenso angebaut wie internationale Sorten.

 

Die Präfektur Iraklion in der auch die gleichnamige Hauptstadt der Insel liegt, ist umgeben von den weißen Bergen und dem Dikti-Gebirge. Die Weinbaugebiete Archanes, Peza und Dafnes liegen südlich der Stadt. Der Boden ist steinig und sehr ton-und kalkhaltig. In der Region werden drei OAP-Weine (von höherer Qualität aus kontrolliertem Anbaugebiet) produziert.

 

Rethymno wird durch zwei Gebirge, die weißen Berge und das Ida-Gebirge, begrenzt. In den Wintermonaten bedeckt eine dicke Schneedecke die Gipfel der weißen Berge, welche in den Sommermonaten eine ausreichende Wasserversorgung der Reben sichert. Der Großteil der Ernte geht an benachbarte Präfekturen und wird zu Tafelweinen oder überregionalen Landweinen verarbeitet.

 

In der Region der zweitgrößten Stadt Chania herrscht mit einer Durchschnittstemperatur von 18,5°C das kühlste Klima auf der Insel. Die Rebstöcke werden in tieferer Lage angebaut und bringen aufgrund des fruchtbaren Bodens eine reiche Ernte.

 

Die östlichste der vier Präfekturen Lasithi dagegen ist die wärmste und trockenste Region Kretas. Die Lasithi-Hochebene zählt zu einer der schönsten Landschaften auf der Insel. Die Weinbaufläche entspricht nur 10% der Gesamtbaufläche, bring jedoch einige OPAP-Weine aus dem Gebiet Sitia hervor.

 

Lange wurden die Weinbauern in Kreta von den sechs vorherrschenden Weingenossenschaft zu einer möglichst hohen Ernte ermuntert. Oftmals lagen die Erträge siebenmal über dem für einen akzeptablen Qualitätsanbau geltenden Limit. Erst seit den 1990 Jahren setzt sich der Qualitätsgedanke durch. Trotzdem gibt es bislang kaum selbstständige Weinbauer. Das kretischer Wein durchaus Potential hat zeigt ein 2008er Syrah aus den Weißen Bergen, der dieses Jahr bei dem Wettbewerb „Griechischer Weinpreis“ mit glanzvollen 96 Punkten Gold holte.