Saint-Laurent

Als Mitglied der Burgunderfamilie wurde der Saint Laurent lange als Spielart des Spätburgunders bezeichnet, hat es letztendlich aber geschafft als eigenständige Rebsorte anerkannt zu werden. 

 

Seinen Namen verdankt die rote Rebsorte wohl St. Laurentius, dem Schutzpatron der Köche. Da dessen Gedenktag am 10. August mit dem Beginn der Traubenreife übereinstimmt ist eine Verbindung sehr wahrscheinlich.

 

In Deutschland wäre diese wertvolle Rebsorte fast gänzlich verschwunden, hätte ein Pfälzer Winzer sie nicht vor dem Aussterben gerettet. In den 50er Jahren, als das Interesse an Rotwein gleich Null war, bewahrte er den vermutlich letzten Rebstock vor der Abholzung. Er hegte und pflegte ihn und erschuf so nach einigen Jahren neues Planzenmaterial. Gegen Ende des 20 Jahrhunderts stieg die Nachfrage nach Rotwein und verschaffte dem Saint Laurent große Anbaugebiete in der Pfalz und Rheinhessen, wo er auch heute noch wächst und gedeiht. Insgesamt nimmt der Saint Laurent etwa 0,7% (675 Hektar) der deutschen Rebfläche ein.

 

Hauptanbaugebiet mit fast 800 Hektar ist jedoch Österreich. Im Jahre 1860 erstmals vom Stift Klosterneuburg ausgebaut, verbreitete sich die Rebsorte in weitere Regionen. Vor allem die Weinanbaugebiete Thermenregion und Neusidlersee bauen auf einer Fläche von insgesamt fast 500 Hektar die wertvollen Reben an.

 

Angebaut wird ebenso in der Tschechischen Republik und der Slowakei, wo sich der Saint Lorent längst als einer der beliebtesten Rotweine etabliert hat. Interesse an der Sorte zeigen auch das ferne Neuseeland und Kanada. Erste erfolgreiche Anbauversuche wurden bereits unternommen.

 

Über die Wiederbelebung des Saint Lorent sind vor allem Liebhaber kräftiger, frischer und fruchtiger Rotweine froh. Der tiefrote Rebsaft weist Aromen von Holunderbeere, Wildkirsche und Bitterschokolade auf, welche hervorragend mit reifem Käse, Rind oder Wild harmonieren.