guldenerWein

Die höchste Qualitätsstufe in Deutschland besetzten die Prädikatsweine. Für Prädikatsweine wird nur das Beste vom Besten verwendet um eine entsprechende Qualität gewährleisten zu können. Im Sektor dieser Spitzenweine wird jedoch zwischen verschiedenen Prädikaten unterschieden.

 

Wie ihr schon wisst ist Chaptalisation (Zusatz von Zucker) verboten und es gelten die höchsten Anforderungen für Sortenart, Eleganz, Harmonie und Reife. Prädikatsweine dürfen zudem nur aus einer Rebsorte gekeltert werden.

 

Vor allem das Mostgewicht, angegeben in Grad Öchsle, ist entscheidend für die verschiedenen Prädikate.

 

Kabinett:

Leichte Weine mit einem geringen Alkoholgehalt. Ein Kabinett-Wein ist mit mindestens 73° Öchsle trocken oder restsüß.

 

Spätlese:

Die Trauben für diesen Wein dürfen erst nach der allgemeinen Lese geerntet werden, bleiben also länger an der Rebe hängen. Das Mostgewicht liegt bei min. 85° Öchsle. Das Geschmacksbild ist trocken oder restsüß.

 

Auslese:

Der Name ist bei diesem Wein Programm. Per Hand werden Beeren mit Edelfäulebefall gepflückt um sie dann verschrumpeln zu lassen. Erst danach werden die rosinenähnlichen Trauben weiterverarbeitet.  Heraus kommt ein süßer, fruchtiger Wein mit niedrigem Alkoholgehalt, welcher sich gut zur Lagerung eignet.  Trocken ausgebaut ergibt sich ein kräftigeres Geschmacksbild mit einem höheren Alkoholgehalt.

 

Beerenauslese:

Die Beerenauslese spielt schon ganz oben mit. Die natursüßen Weine aus edelfaulen, überreifen Trauben mit einer langen Haltbarkeit werden aus handerlesenen Trauben von höchster Qualität gekeltert. Das Mostgewicht liegt bei 125°Öchsle, der Alkoholgehalt ist niedrig. Für Spitzenprädikate (z.B. von der Mosel) werden oft hohe Preise verlangt. Die ein oder andere Flasche wird dann auch mal als Rarität gehandelt.

 

Trockenbeerenauslese:

Auch bei der Trockenbeerenauslese werden Trauben mit Edelfäule gekeltert, die Mindestanforderung liegt bei 150° Öchsle. Die Edelfäule, die sich besonders im Herbst, bei feuchtwarmer Witterung wohl fühlt, dünnt die Haut der Trauben aus, so dass der Fruchtsaft verdampft und sich der Fruchtzucker so auf natürliche Art und Weise konzentriert. Deshalb bleiben die Beeren so lange am Stock, bis sie fast gänzlich ausgetrocknet sind. Die wenigen Weine gelten als edles, alkohlarmes Elixier. Der Ton ist bernsteinfarben, die Haltbarkeit liegt bei einigen Jahrzehnten.

 

Eiswein:

Getoppt werden kann diese Meisterkunst des Kelterns nur noch vom Eiswein. Bis Januar, höchsten bis Februar bleiben die Trauben am Stock und werden bei -7 Grad in gefrorenem Zustand geerntet und sofort gekeltert. Da das Wasser in den Beeren gefroren ist, gelingt es nur den allersüßesten Saft, dessen Gefrierpunkt tiefer liegt als der von Wasser, aus den Beeren herauszukitzeln bzw. zu quetschen. Das ganze Unterfangen ist ein riesen Aufwand mit wenig Ertrag, dieser allerdings kann sich sehen und vor allem schmecken lassen. Der Eiswein erfreut mit einem frischen, fruchtigen Geschmack und einer recht stabilen Säure.