Wineyard

Er ist einer der beliebtesten und teuersten Weine, erreicht ein Mostgewicht von bis zu 250° Oechsle und seine Trauben müssen im frühen Morgengrauen bei eisiger Kälte geerntet werden. Na, wisst ihr um welchen Wein es sich handelt? 

 

Erstmals hergestellt wurde der Eiswein im Jahre 1830. Das Jahr zuvor hatte eine schlechte Ernte gegeben. Viele Trauben waren wegen ungünstiger Witterung nicht geerntet und an den Rebstöcken hängen geblieben. Im Februar beschloss man diese verbliebenen Früchte zu ernten um sie zumindest noch an das Vieh verfüttern zu können. Dabei wurde bemerkt, dass die Trauben einen süßen Saft mit hohem Mostgewicht absonderten. Der Eiswein war geboren.

 

Seitdem bleiben vor allem in Deutschland und Österreich auch nach der Weinlese noch einige Trauben an den Rebstöcken hängen. Erst wenn es mehrere Tage hintereinander min. -7 Grad hatte und die Trauben durchgefroren sind können sie geerntet werden. Die Lese wird in den Morgenstunden vorgenommen um den Wein noch möglichst früh weiterverarbeiten zu können und eine Erwärmung der Trauben zu verhindern. Die gefrorenen Trauben werden in eine besonders starke Presse gegeben, welche unter hohem Druck den süßen Saft herauspresst. Da viel (gefrorenes) Wasser in den Trauben zurückbleibt ist der Zuckergehalt enorm hoch. Verwendet werden für den Eiswein hauptsächlich weiße Sorten wie Chenin Blanc, Vidal Blanc oder Riesling.

 

Allerdings ist das Risiko für Eiswein-Winzer sehr groß. Die Trauben können nur verwendet werden, wenn sie gesund sind. Mit Edelfäule befallene Früchte können zur Bildung von Essigsäure führen, welche den Wein im schlimmsten Fall unverkäuflich machen. Aber auch ein zu warmer Winter kann der Herstellung schaden, weil dann die Trauben sehr lange der Witterung ausgesetzt sind – oft bis Ende Februar- oder nicht richtig durchfrieren. Und wenn sie einmal gefroren sind, dürfen sie nicht noch einmal auftauen, sonst sind sie hinüber. Langjährige Erfahrung und ein gutes Gespür sind bei dieser Angelegenheit ein Muss.

 

Geht jedoch alles gut bekommt man einen hochwertigen Prädikatswein, der weltweit geschätzt wird. Vor allem zu Desserts wird der Süßwein mit kräftiger Säure gerne gereicht. Auch lagern lässt sich der Eiswein gut, jedoch verliert er im Laufe der Zeit die intensive Süße.

 

Serviert wird diese Köstlichkeit gerne als Aperitif vor einem besonderen Essen oder zum Dessert. Fruchtige Nachspeisen passen genauso gut wie eine Käseplatte, bei der auf keinen Fall ein Stück Blauschimmelkäse fehlen darf.